Das Logistikgeschäft gilt heutzutage als hartes Brot. Im hektischen Alltag mit dem Wettlauf gegen die Zeit kann einiges schief laufen, bereits kleine Verspätungen können teure Folgen haben. Auch das Problem der Standgebühren ist oft ungeklärt. 

Doch es gibt Versicherungen, die selbst die lästigen Standgebühren absichern. Für die Absicherung individueller Risiken ist es jedoch nötig bei der Tarifwahl die Augen auf zu machen. Worauf bei Versicherungen von Frachtführern zu achten verrät dieser Artikel.

Haftpflichtversicherung für Transport- unternehmen und Frachtführer vorgeschrieben

Für Transportunternehmen, die gewerblichen Güterkraftverkehr betreiben,besteht die Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Diese Anforderung ist in §7a GüKG (Güterkraftverkehrsgesetz) geregelt. Die Versicherungspflicht betrifft sowohl reine Frachtführer als auch Spediteure im Selbsteintritt.

Spediteure im Selbsteintritt sind jene Spediteure, die nicht nur Transporte organisieren, sondern diese auch selbst mit eigenen Fahrzeugen durchführen. Keine Versicherungspflicht dagegen besteht für den reinen Werkverkehr.

Was deckt die Frachtführer Haftpflicht- versicherung?

Abgesichert wird mit der Haftpflichtversicherung die gesetzliche Haftung des Unternehmers bei Güter- und Verspätungsschäden bei Transporten mit Be-und Entladeort im Inland. Mögliche Schadenfälle können Beschädigungen an Gütern oder deren Verlust sein, Vermögensschäden sowie Schäden durch Überschreitungen der vereinbarten Lieferfristen.

Wichtig hierbei: Die gesetzliche Haftung erstreckt sich auf Transporte, deren Be- und Entladeort im Inland liegen. Gesetzlich vorgeschrieben ist auch die Mindestversicherungs- summe. Sie liegt pro Schadenereignis bei 600.000 Euro.

Im Allgemeinen ist es ausreichend und zulässig, eine Frachtführerhaftpflicht abzuschließen, die eine Jahreshöchstsumme von 2 Schadenereignissen absichert. Auch ein Selbstbehalt ist möglich, welcher die Höhe der Versicherungsprämie senkt.

Augen auf bei Ausschlüssen der Haftpflichtversicherung

Bei der Wahl des Haftpflichttarifs gilt es, aufmerksam zu sein. Nicht alle Transporte müssen von einem Haftpflichtversicherer gedeckt werden. So erlaubt der Gesetzgeber Versicherern beispielsweise die Ausnahme von Ansprüchen aus Transporten von Edelsteinen, Juwelen, Zahlungsmitteln,Wertpapieren, Dokumenten oder Urkunden.

Auch eine Deckung von Schäden,die zum Beispiel aus Naturkatastrophen, (Bürger-)Kriegen, Streiks oder der Beschlagnahmung der Sendung durch ein staatlich anerkanntes Organ resultieren, kann die Versicherung ablehnen.

Gleiches gilt für Schäden, die vom Unternehmer oder einem seiner Repräsentanten vorsätzlich herbeigeführt wurden. Transportunternehmen werden aber nicht allein gelassen.

Es gibt viele Lösungen zur Absicherung von verschiedenen Risiken im Logistikgeschäft. Die Tarife und Tarifbedingungen sind jedoch oftmals kompliziert und der Teufel steckt im Detail.

Mit einer professionellen Beratung lassen sich unnötige Deckungslücken oder unnötig teure Tarife vermeiden.

Tipp: An die Mitführungspflicht von Dokumenten denken!

Das GüKG legt dem Frachtführer auf, dem Fahrer eine Reihe von Papieren bei Transporten mitzugeben. Auch für den Nachweis der Haftpflichtversicherung besteht eine Mitführungspflicht.

Vor Antritt des Transports ist dem Fahrpersonal die Bescheinigung über das Bestehen einer gültigen Haftpflichtpolice auszuhändigen. Bei Kontrollen kann die Bescheinigung zur Einsicht gefordert werden.

Erweiterter Versicherungsschutz durch Betriebshaftpflicht

Unternehmern im Transportgewerbe ist über die gesetzliche Haftpflicht hinaus der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung zu raten. Diese deckt je nach Tarif Personen- und Sachschäden sowie bestimmte Vermögensschäden ab, die im Zusammenhang mit den betrieblichen Tätigkeiten entstehen.

Beispiele hierfür können Be- und Entladeschäden sein. Darunter kann auch der Personenschaden an einem Lieferfahrer, der beim Abliefern einer Sendung auf dem Betriebshof des Unternehmers durch dessen Verantwortung verletzt wird fallen.

Zusätzliche Leistungen und Schutz bei Standgebühren

Einige Versicherer ermöglichen die Aufstockung des Versicherungsschutzes von Haftpflicht bzw. Betriebshaftpflicht durch individuell zugeschnittene Leistungen. Auch Kombiangebote aus verschiedenen Versicherungspaketen für Transportunternehmen sind erhältlich. So hat die Basler Versicherung kürzlich eine neue Kombi-Police geschnürt, die nicht allein durch die Vereinigung von Transport Haftpflicht und Betriebshaftpflicht punktet. 

Erweitert durch sogenannte Sicherheitsbausteine bietet die Police zum Teil beitragsfrei die Absicherung der allseits gefürchteten Standgebühren bei Verursachung durch Auftraggeber, Absender oder Empfänger.

Gerne Beraten wir Sie zu diesem Tarif, der Frachtführer-Haftpflichtversicherung oder der Betriebshaftpflicht für Transportunternehmen.Nutzen Sie die Gelegenheit und nehmen Sie Kontakt auf.

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