Start-ups und Jungunternehmer starten oft mit Elan und Pioniergeist das eigene Business. Schnell bleibt jedoch die Absicherung auf der Strecke: Versicherungen werden oft vernachlässigt.

Wer sich unter Entrepreneuren umhört stellt schnell fest, dass die jungen Unternehmen nicht selten unterversichert sind. Das birgt ein erhebliches Risiko für das Start-up und für die Unternehmer selbst.

Die Haftungsbeschränkung einer UG oder GmbH ändert an den Risiken für den Geschäftsführer als Privatmann meist weniger als gedacht. Wir verraten, welche Versicherungen wichtig sind.

Eins noch vorweg: Eine Beratung rund um Gewerbeversicherungen gibt es meist kostenlos (zumindest bei uns). Und eine Absicherung der Risiken ist oftmals günstiger als angenommen.

Diese drei Bereiche sollten Start-ups absichern

Absicherung der Haftpflichtrisiken des Unternehmes
Absicherung des Durchgriffes auf das Privatvermögen vonGeschäftsführern und Führungskräften
Absicherung von Betriebsausfällen und Hardwareschäden

Betriebshaftpflicht und/oder Berufshaftpflicht

Die Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherungen zählen zu den essenziell wichtigen Versicherungen für Unternehmer. Es ist nicht ratsam, als Unternehmer ohne diese Versicherungen auf dem Markt unterwegs zu sein.

Oft werden die beiden Versicherungen als Synonyme verwendet. Doch das spiegelt sich nicht unbedingt in den Bedingungen der Versicherer wider.

Je nach Tätigkeitsbereich oder Beruf kann eine Berufshaftpflicht oder Betriebshaftpflicht vorgeschrieben sein. Beispiele hierfür sind der Frachtführer, Architekt oder Unternehmer im Sicherungsgewerbe. Aber auch viele medizinische Berufe oder Juristen benötigen eine Berufshaftpflichtversicherung.

Was sichert die Betriebshaftpflicht für Start-ups ab?

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt eine Reihe von Schadensersatzansprüchen Dritter, die im Rahmen der betriebstypischen Tätigkeiten entstehen können. Das ist etwas abstrakt, doch es ist der Tatsache geschuldet, dass die versicherten Risiken bei dieser Versicherung beim Abschluss an die Branche bzw. die individuelle Tätigkeit angepasst werden.

Dadurch bietet die Haftpflicht im Idealfall einen weitreichenden Schutz. Typische Beispiele für Versicherungsfälle in der Betriebshaftpflicht sind Schäden vor Ort beim Kunden, die durch Unachtsamkeiten während der Ausführung einer Arbeit entstehen.

Also Schäden wie ein während einer Präsentation zu Boden gestoßenes Telefon. Zu verantwortende Schäden von Kunden, die im eigenen Büro durch Unachtsamkeiten entstehen, können hier ebenfalls versichert werden.

Das ist besonders wichtig, da so neben Sachschäden auch Personenschäden abgesichert sind. Und diese gehen durch Schmerzensgeld und Heilfolgekosten auch bei vergleichsweise kleinen Unfällen schnell in die Höhe.

Was sichert die Berufshaftpflicht für Start-ups?

Die Berufshaftpflicht sichert im Allgemeinen branchenspezifische Risiken ab. Es handelt sich in der Regel um Vermögensschäden, die beispielsweise durch Beratungs- und Programmierfehler oder Datenverluste entstehen können.

Urheberrechtsverletzungen fallen ebenfalls unter diese Schadensart. Es ist eine typische Versicherung für Dienstleister und Freiberufler z.B in der IT Branche.

In einigen Berufen ist die Berufshaftpflicht vorgeschrieben, bei anderen ist die Versicherung optional. Bestehen gesetzliche Vorschriften zum Abschluss dieser Versicherung, berücksichtigen die Tarife die Vorgaben in der Regel.

Jedoch sollte auf die Details geachtet werden: Nicht immer ist der vorgeschriebene Schutz als günstige Absicherung anzusehen. Es können Deckungslücken oder eine Unterdeckung drohen.

Vor Abschluss sollten sich Start-up Unternehmer gründlich informieren und beraten lassen. Der Bedarf einer Bürohaftpflicht oder eine ergänzende Betriebshaftpflicht sollte ebenfalls auf den Prüfstand. Nicht alle Tarife decken günstig absicherbare Risiken im Bereich der Personen- und Sachschäden.

Absicherung für Geschäftführer:
D&O-Versicherung

Eine Unternehmergesellschaft oder GmbH gründen und dann ist alles gut.

So denken viele Gründer. Doch das trifft oft nicht zu. Es gibt viele Fälle, in denen auch die beliebte Kapitalgesellschaft nicht vor dem juristischen Durchgriff auf das Privatvermögen des Geschäftsführers schützt.

Bereits das Verletzen von Sorgfaltspflichten, eine zu hohe Risikobereitschaft oder ein zu früher Start während der Unternehmensgründung können dazu ausreichen.

Schutz für das Privatvermögen des Geschäftsführers kann es trotzdem geben.Dafür bieten Versicherer die „Directors and Officers Versicherung“ – kurz D&OVersicherung genannt - an. Auch andere Führungskräfte können durch die geschäftliche Tätigkeit unter Umständen das eigene Vermögen riskieren.

Auch diese können mit einem D&O Tarif versichert werden.

All-Risk- Versicherung

Start-ups bewegen sich oftmals auf neuem Terrain. Risiken im Vorfeld abzusehen ist hier zum Teil schwer machbar. Mit dem klassischen Versicherungskonzept, das auf expliziten Leistungseinschlüssen basiert, ist das nicht immer leicht.

Bei diesem müssen Risiken explizit der Versicherung angegeben werden. Was nicht bei Abschluss versichert oder rechtzeitig nachgemeldet wurde, ist auch nicht versichert.

All-Risk- Versicherungen sind anders: Bei diesen Tarifen wird durch Ausschlüsse und Eingrenzungen definiert, was versichert ist.

Start-ups können so leichter noch nicht absehbare Risiken absichern. Doch auch wie bei dem Abschluss klassischer Tarife ist es ratsam, sich vorab gut über die individuellen Versicherungsbedingungen zu informieren – auch bei All-Risk- Tarifen.

Betriebsunterbrechungsversicherung, Maschinen & Elektronikversicherung

An Betriebsunterbrechungen und die Schäden an Elektronik oder Maschinen durch unsachgemäßen Gebrauch sollten Gründer ebenfalls denken. Gerade Technologie-Start- ups kann der Stillstand oder Ausfall der Hardware an den Rande der Existenz bringen.

Mit einer Betriebsunterbrechungsversicherung lassen sich Kosten für Löhne, Miete und entgangenen Gewinn im Falle einer Betriebsunterbrechung versichern. Die Elektronikversicherung und die Maschinenversicherung hilft, im Schadenfall die für den Betrieb wichtige Hardware zu ersetzen.

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