Die Antwort auf die Frage ist kurz und knapp: In der Regel sollten Lehrer eine Haftpflicht abschließen. Das gilt insbesondere für freiberuflich oder selbstständig arbeitende Kräfte.

Wer als selbstständiger Lehrer oder Nachhilfelehrer arbeitet, kann sich nicht auf dem Versicherungsschutz seines Arbeitgebers oder Dienstherren ausruhen. Und bei den nicht-selbstständigen Lehren ist der Schutz durch den Brötchengeber nicht immer umfassend: Je nach Arbeitsvertrag können Lehrer beispielsweise bei grober Fahrlässigkeit vom Arbeitgeber in Regress genommen werden. Für Angestellte und Beamte bietet die Diensthaftpflicht Schutz, für freiberufliche bzw. selbstständige Lehrer die Berufshaftpflicht, die oft als Betriebshaftpflicht bzw. Berufs- und Betriebshaftpflicht angeboten wird.

Risiken sind nicht zu vernachlässigen

In Hinsicht auf Haftpflichtrisiken leben Lehrer gefährlich: Schäden, die in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen, sind mannigfaltig und können schnell hohe finanzielle Forderungen nach sich ziehen. Viel muss der Lehrer dabei nicht falsch machen. Bereits der Sturz eines Schülers über ungünstig platziertes Unterrichtsmaterial kann reichen. Aber auch eine Verletzung bei einer Sportübung, die durch eine kleine Ablenkung nicht ordnungsgemäß durch den Lehrer überwacht wurde, reichen aus, um Schadensersatzforderungen zu provozieren.

Neben Personenschäden sind Sachschäden ebenfalls ein nicht zu vernachlässigendes Risiko. Bringt ein Musikschüler beispielsweise ein teures Musikinstrument mit und beschädigt dieses versehentlich, drohen Ersatz- oder Reparaturkosten, die den Lehrer unter Umständen wirtschaftlich stark belasten können.

Für Selbstständige bzw. Freiberufler ist die Situation klar: Weder Privathaftpflicht, Arbeitgeber noch Schule übernehmen für die meist als Freiberufler arbeitenden Lehrer die Kosten im Falle eines Haftpflichtschadens. Schutzlos müssen die freien Lehrkräfte dennoch nicht bleiben. Mit einer Berufshaftpflicht können diese sich gegen Haftpflichtrisiken absichern. Doch wie so üblich, liegt hier der Teufel im Detail. Aus einem vorschnellen Vertragsabschluss können neben Deckungslücken auch unnötige Kosten entstehen, die gut beraten und mit einem Tarifvergleich nicht nötig sind. Wir zeigen, worauf Sie beim Abschluss achten sollten.

Welche Lehrertätigkeiten können über eine Berufs- oder Betriebshaftpflicht abgesichert werden?

Bei der Lehrtätigkeit gibt es in Hinsicht auf die Möglichkeit, eine Haftpflicht abzuschließen, kaum Grenzen: In der Regel akzeptieren die Versicherungen nahezu alle gängigen Lehrtätigkeiten. Typische Beispiele sind der klassische Nachhilfelehrer für die Schule, der Reitlehrer und Skilehrer. Auch kreative Zweige wie Kunst-, Musik- oder Jogalehrer sind gängig.

Gibt es wichtige Faktoren, die den Preis bestimmen?

Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Preis einer Berufshaftpflicht bestimmen können. Bei der Lehrerhaftpflicht spielt der Tätigkeitsbereich eine gewichtige Rolle. Die möglichen Schadensfälle sind bei Mathematiklehrern schätzungsweise harmloser als bei Lehrkräften mit riskanten Aktivsportarten wie Reiten, Skifahren oder Surfen. Auch ist bei diesen Ausrichtungen meist die Wahrscheinlichkeit und Höhe von Sachschäden höher als beim konservativen Nachhilfeunterricht.

Macht eine Berufshaftpflicht auch als angestellter oder verbeamteter Lehrer Sinn?

Im Haftpflichtfall reguliert in der Regel der Arbeitgeber den Haftpflichtschaden. Jedoch sehen einige Tarif- und Arbeitsverträge für Lehrer eine Regressmöglichkeit für den Arbeitgeber vor. Meist ist diese bei grober Fahrlässigkeit des Lehrers vorgesehen. Dann haftet die Lehrkraft unbeschränkt, was hohe finanzielle Folgen im Haftpflichtfall bedeuten kann. Eine passende Berufshaftpflicht hilft, die Risiken zu mindern und lässt sich oftmals mit der Privathaftpflicht kombinieren. Gerne helfen wir Ihnen, ein günstiges Angebot zu finden und beraten Sie ausführlich darüber, wie Sie als angestellter oder verbeamteter Lehrer von einer Haftpflichtversicherung profitieren.

Wie hilft die Betriebshaftpflicht im Schadensfall?

Die Betriebshaftpflichtversicherung reguliert Schäden Dritter im Rahmen des vereinbarten Versicherungsumfanges. Der Umfang des Versicherungsschutzes wird bei der klassischen Betriebshaftpflicht nach dem Einschlussprinzip bestimmt. Versicherte Risiken und Tätigkeiten werden im Vertrag bzw. den Allgemeinen Versicherungsbedingungen explizit definiert. Als Versicherungsnehmer sollten Sie bei dieser Tarifart darauf achten, bei Vertragsschluss genau Ihre Tätigkeiten anzugeben und Änderungen umgehend zu melden, um Deckungslücken zu vermeiden.

Bei All-Risk-Tarifen bestimmen Ausschlüsse den Versicherungsumfang. Bei diesen Tarifen sind die Risiken versichert, die nicht explizit ausgeschlossen wurden. Dafür schlagen diese Tarife gegebenenfalls mit einer höheren Prämie zu Buche, was jedoch nicht zwingend der Fall sein muss, da es von Anbieter zu Anbieter starke Preisunterschiede geben kann. Kompliziert muss dies allerdings für Sie nicht werden: Ein kostenloser Tarifvergleich hilft, gute und günstige Angebote zu finden.

Alle Tarife der Lehrerhaftpflicht haben die folgenden Leistungen:

Schutz bei Schadensersatzforderungen Dritter im Rahmen des Versicherungsschutzes. Deckungssummen werden individuell in den Verträgen vereinbart. Gängig sind Summen von 3 Millionen, 5 Millionen oder 10 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden.
Passiver Rechtsschutz: Die Versicherung prüft die Ansprüche und wehrt unberechtigte Forderungen gerichtlich und außergerichtlich ab.

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