Im ersten Halbjahr 2016 wurden über 290.000 neue Unternehmen gegründet. Mit rund 95.000 Anmeldungen entfällt gut ein Drittel auf das Kleingewerbe. Wohl nicht selten als Unternehmung im Nebenerwerb als alternative Tätigkeit zu einer angestellten Nebenbeschäftigung. Doch auch wenn die Einnahmen nur gering sind und der Umfang der Tätigkeiten überschaubar, haftet der Kleinunternehmer im Haftpflichtfall genauso umfangreich wie ein großes Unternehmen.

Schützende Regelungen oder ähnliches gibt es in diesem Bereich nicht. Um sich gegen Haftpflichtrisiken abzusichern, ist es für die Betreiber eines Kleingewerbes ratsam, eine Betriebs- oder Berufshaftpflicht abzuschließen.

Spezialtarife für das Kleingewerbe sind dünn gesät

Bei der Berufs- und Betriebshaftpflicht werden Kleinunternehmern oft teure Tarife angeboten, die kaum einen Unterschied zu einem für die „großen“ Gewerbebetriebe machen. Das drückt schnell den schmalen Gewinn der kleinen Unternehmung und belastet die Kasse. Auf eine Versicherung zu verzichten, ist ebenfalls nicht ratsam.

Damit würde zwar die Prämie eingespart, jedoch hohe finanzielle Belastungen im Schadensfall eingekauft. Schadenssummen, die leicht die wirtschaftliche Existenz kosten können. Doch es gibt eine Alternative: Mit einer guten Beratung und einem Tarifvergleich lassen sich gegebenenfalls am Markt angebotene Sondertarife für Kleinunternehmer und günstige Tarifpakete finden.

Gibt es Rabatte für Existenzgründer?

Es gibt Tarifanbieter, die Rabatte für Start-ups und Existenzgründer anbieten. Jedoch müssen diese nicht zwangsläufig die günstigsten Tarife für den Kleinunternehmer sein. Mit einem Tarifvergleich, der auch Rabatte für Existenzgründer berücksichtigt, ist es in der Regel einfach, einen guten und günstigen Tarif zu finden, der zudem noch zu den individuellen Risiken passt.

Berufs- oder Betriebshaftpflicht für das Kleingewerbe?

Die beiden Bezeichnungen für die Haftpflichtversicherung werden oft als Synonyme verwendet, die häufig von Versicherern benutzt werden. Die Tarife versichern in der Regel berufstypische Risiken. Was versichert ist, bestimmen dabei die Tarifbedingungen. Für Risiken und Tätigkeiten, die nicht explizit eingeschlossen sind, besteht auch kein Versicherungsschutz.

Daher ist es ratsam, sorgfältig die ausgeübten Tätigkeiten anzugeben und auf den Einschluss wichtiger Risiken zu achten. Flexibler bei der Deckung sind All-Risk-Tarife für das Kleingewerbe. Bei diesen Tarifen wird versichert, was nicht explizit ausgeschlossen wird. Dafür fallen die Prämien meist auch höher aus.

Welche Schäden sollten versichert werden?

Es ist ratsam, Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausreichend abzusichern. Je nach Gewerbe können dabei Einschlüsse für zulassungsfreie Fahrzeuge, Umweltschäden oder weitere mit dem Betrieb in Verbindung stehende Risiken sinnvoll sein. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Risikoabdeckung zu Ihrem Kleingewerbe passt, sollten Sie sich ruhig beraten lassen. Gerne unterstützen wir Sie.

Welche Deckungssummen benötigt ein Kleingewerbe?

Auch wenn ein Kleinunternehmer oft nicht so viele Aufträge bearbeitet wie ein reguläres Unternehmen oder gar eine im Handelsregister eingetragene Firma: Die möglichen Schadenssummen fallen im Haftpflichtfall nicht unbedingt niedriger aus. Daher ist es ratsam, sich auch als Kleingewerbe an den Empfehlungen der Branchenverbände und Versicherungsanbieter zu orientieren. Die Versicherungssummen dabei branchenabhängig und sollten an das individuelle Risiko angepasst sein.

Oftmals liegen die Deckungssummen im Bereich von mindestens zwei Millionen für Personenschäden, mindestens einer Million für Sachschäden und mindestens 100.000 Euro für Vermögensschäden. Bei beratenden Berufen fällt die Absicherung der Vermögensschäden jedoch meist deutlich höher aus. Sie sollten beachten, dass es sich um allgemeine Mindestsummen handelt.

Die Deckungssumme sollte immer an das individuelle Risiko angepasst werden, um Deckungslücken zu vermeiden. Bedenken Sie, dass auch Kleinunternehmer im Schadensfall die Differenz zwischen Deckungs- und realer Schadenssumme aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Gibt es für bestimmte Betriebe oder Berufe Besonderheiten oder Einschränkungen in der Haftpflicht?

Für einige Berufe schreibt der Gesetzgeber eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung vor. In diesen Fällen gibt es auch bestimmte Mindestdeckungssummen. Beispiele sind das Sicherheitsgewerbe, Architekten oder Ärzte. Aber auch mancher Versicherer schränkt die Haftung für bestimmte Tätigkeiten oder Schäden ein. Postagenturen oder ein Kiosk lassen sich unter Umständen nicht durch einen günstigen Versicherungstarif für das Kleingewerbe absichern.

Gibt es weitere sinnvolle Versicherungen?

Die Risiken als Unternehmer sind vielfältig. An vielen Stellen drohen Risiken, die das Unternehmen scheitern lassen können und leicht auch zu privaten finanziellen Sorgen führen. Neben der Betriebshaftpflicht sind für Kleingewerbetreibende oftmals auch Geschäftsinhaltsversicherungen oder Ertragsausfallversicherungen ratsam.

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