Viele Versicherungsnehmer machen bei der Betriebshaftpflicht die folgenden 4 Fehler. Sie sind meist mehr als nur ein Missgeschick. Die Fehler können Schutz und Geld kosten oder gar zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Abschluss und während der Laufzeit achten müssen, um nicht einen dieser 4 Fehler zu machen.

Fehler 1: Qualität kostet

Viele verbinden auch bei der Betriebshaftpflicht den Preis mit Qualität. Doch das ist nicht der Fall: Die Versicherung wird durch einen hohen Preis nicht zwangsläufig besser. Auch werden die versicherten Risiken nicht umfangreicher. Der Weg zu einer qualitativen Versicherung führt über den Vergleich.

Neben dem Preis und dem Blick in die Versicherungsbedingungen hilft zudem der Blick auf die Ratings, die die Versicherung von Ratingagenturen und Zeitschriften erhält. Auch die Höhe der Deckungssummen bestimmt die Qualität mit. Dabei gilt es darauf zu achten, dass die Deckungshöhe für einzelne Risiken nicht unnötig niedrig angesetzt wird.

Fehler 2: Falsche Risikogewichtung

Welche Risiken versichert sind, entscheidet darüber, ob die Versicherung im Fall der Fälle womöglich sogar die Existenz des Unternehmens rettet. Doch viele Unternehmer machen bei der Auswahl der zu versichernden Risiken einen gewichtigen Fehler: Sie versichern die Risiken, deren Eintreten sie als am wahrscheinlichsten ansehen.

Die Risiken mit der höchsten Gefahr bleiben dabei oft unberücksichtigt und genau diese Risiken gefährden im Allgemeinen die Existenz des Unternehmen am größten. Dabei empfehlen Versicherungsexperten und Branchenverbände wie Kammern regelmäßig die Versicherung nach dem GAU-Prinzip.

Fehler 3: Falsche Loyalität oder Irrglaube
„Gut bleibt gut“

Viele Unternehmer sind in Sachen Betriebshaftpflicht bequem und üben damit schnell eine falsche Loyalität. Heute unterliegen viele Branchen einem schnellen Wandel. Tätigkeitsbereiche fluktuieren: Neue kommen hinzu, alte fallen weg. Das hat auch Einfluss auf die Risiken und die Risikogewichtung. Auch fallweise vereinbarte Deckungssummen können sich so schnell überholen. Im ungünstigen Fall entstehen so durch den Wandel der Unternehmensausrichtung Unterversicherungen, im schlimmsten Fall sogar Deckungslücken.

Unternehmer sollten regelmäßig den Versicherungsschutz prüfen lassen. Dabei sollte insbesondere darauf geachtet werden, ob sich Tätigkeiten oder Risiken verschoben haben. Die versicherten Risiken und die Deckungssummen sollten immer an die aktuelle Unternehmenssituation angepasst werden.

Zudem ändern sich auch die Preise und der Leistungsumfang der Versicherungsangebote am Markt. Eine Prüfung der Konditionen am Laufzeitende der Versicherung kann dem Unternehmer durch einen Tarifwechsel deutlich Geld sparen oder umfangreichere Versicherungsleistungen bescheren. Diese Kontrollen sind nicht so häufig nötig. Die Laufzeiten der Versicherung betragen meist zwischen 3 und 5 Jahre. Die Kontrolle sollte rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist stattfinden.

Fehler 4: Vergessene Änderungsanzeigen

Unternehmer treffen im Businessalltag vielfach schnelle und weitreichende Entscheidungen. Gerade dann, wenn es darum geht zu wachsen, Konkurrenten zu überflügeln oder das Überleben des Unternehmens zu sichern. In diesen Situationen herrschen leicht Stress und Adrenalin.

Der Kopf sollte jedoch immer kühl genug bleiben, um zu erkennen, ob der Versicherungsschutz des Unternehmens noch ausreicht. So lassen sich Risiken, die sich aus den Entscheidungen ergeben, abzusichern. Neue, berufsverwandte Tätigkeiten können schnell mal übernommen werden, müssen jedoch nicht durch die Versicherung abgedeckt sein.

Ändern sich Tatsachen, die versicherungsrelevant sind, sind diese der Versicherung zu melden. Wird dies unterlassen, kann leicht der Versicherungsschutz verloren gehen. Wichtig ist dabei, dass die Änderungen zeitnah gemeldet werden, auch wenn durch Aufträge gerade Zeitdruck herrscht.

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